Test: Der neue Automatische Entkuppler von Massoth [Video]

Ab den 01. Oktober liefert Massoth seinen neuen Automatischen Entkuppler aus. Der Entkuppler wird später für 90 Euro angeboten – in den ersten vier Wochen bietet Massoth den Entkuppler zu einem 10 Euro günstigeren Einführungspreis an. Der Spur-G-Blog erhielt von Massoth vorab die Möglichkeit den Entkuppler zu testen. Im neuen Spur-G-Blog-Video sieht man, wie einfach sich der Entkuppler an viele Loks montieren lässt.

In der Anleitung, die Massoth auch als kostenlosen PDF-Download anbietet, ist eine Übersicht über Lokomotiven von LGB und PIKO zu finden. Der Tabelle kann entnommen werden, ob der Umbau für eine Lok sehr einfach ist oder einige Montagearbeiten erforderlich sind. Für den Test hat sich der Spur-G-Blog den PIKO Taurus ausgesucht. Laut Tabelle soll der Umbau sehr einfach sein:

Und dies kann der Spur-G-Blog bestätigen. In nur wenigen Minuten war der Entkuppler an der Lokomotive ohne Zusatzarbeiten befestigt. Der Entkuppler besteht aus zwei Teilen: Der Kupplung und dem Antrieb. Für den Transport montiert Massoth beide Teile vor. Für den Einbau muss als erstes der Antrieb durch das Lösen zweier kleiner Schrauben aber erstmal abmontiert werden. Wichtig ist die Anleitung zu lesen: Die Kupplung wird durch eine Gummischlaufe gesichert. Die Sicherung darf erst am Ende des Montagevorgangs gelöst werden! Wer sich an die Anweisung hält hat beim Einbau keine Probleme.

Nachdem Kupplung und Antrieb getrennt wurden, braucht beim Taurus nur die alte PIKO Kupplung abgeschraubt werden. Anschließend lässt sich die Massoth Kupplung mit der mitgelieferten Schraube an dem Taurus befestigen. Bei der Montage des Antriebs stört der „Mini“-Schneeschieber, den PIKO seinem Taurus spendiert hat. Im einfachsten Fall wird der Schneeschieber – wie im Video zu sehen – nur abgeschraubt. Wer auf den Schneeschieber nicht verzichten möchte, muss an der Spitze etwas Platz für den Massoth-Antrieb aussparren. Anschließend lässt sich der Massoth-Antrieb wieder auf der Kupplung anschrauben und der mechanische Einbau ist damit fast abgeschlossen.

Anschließend muss die drei adrige Leitung zum Decoder (der Entkuppler kann nicht analog genutzt werden) geführt werden. Für große Lokomotiven wie den Taurus sind die Zuleitungen aber viel zu kurz (beim Tender der PIKO Mogol hingegen reicht die Kabellänge vollkommen aus). Hier sollte Massoth bei der nächsten Produktion das Kabel großzügiger auslegen. Beim einem Preis von 90 Euro für zwei Entkuppler sollten in der Kalkulation noch ein paar Cent für längere Kabel drin sein. So ist es notwendig die Zuleitung zu verlängern.

Der Decoder-Anschluss ist relativ einfach. Zwei Drähte werden an den Plus- und Minus-Ausgang des Decoders angeschlossen. Das dritte Kabel wird an einen Funktionsausgang geklemmt. (Für Besitzer diverser LGB- bzw. Massoth-Onboard-Decoder verfügt der Entkuppler über einen entsprechenden Stecker. Für alle anderen Decoder wird diese Stecker einfach abgetrennt.)

Beim Anschluss muss unbedingt auf die Decoder-Spezifikation geachtet werden. Massoth gibt an, dass der Motor des Entkupplers bis zu 200mA benötigt. Der Decoder muss diese Stromstärke vertragen können. Da die Hersteller dies sehr unterschiedlich handhaben, muss das jeweilige Handbuch studiert werden. Der Spur-G-Blog hat den Automatischen Entkuppler an den Funktionausgang 2 eines Massoth eMotion XL-Decoders angeschlossen. Damit funktionierte alles ohne Probleme. Der Automatische Entkuppler kommt vom prinzip ohne Programmierung aus. Der Modellbahner muss lediglich die korrekte Programmierung der Funktionstaste kontrollieren und darauf achten, dass keine Dimmung für den Funktionsausgang eingestellt (Wert der CV muss 0 sein) ist.

Nachdem das Kabel verlängert und durch ein Loch im Boden des Taurus zum Decoder geführt wurde, konnte der erste Test beginnen. Durch Drücken der Funktionstaste fährt der Haken automatisch nach unten. Ein zweites Drücken fährt der Haken wieder hoch – alles klappte auf Anhieb. Da der heruntergefahrene Haken an Weichen o.ä. hängen bleiben könnte, sollte man die Kupplung nur während des Rangierens unten halten.

Der erste echte Entkupplungsversuch wurde mit einer asymmetrischen Kupplung durchgeführt, d.h. der Waggon war ohne Kupplungshaken ausgerüstet. Wie zu erwarten funktionieerte alles problemlos und das Rangieren machte sofort Spaß.

Ähnlich reibungslos verlief das Entkuppeln mit der symmetrischen Kupplung bei einem LGB-Wagen. Der Massoth Entkuppler drückte den LGB-Waggon etwas nach hinten und der Taurus fuhr entkuppelt los.

Bei dem Test des Spur-G-Blogs mit Wagen von PIKO, USA-Trains und Newquida hat sich herausgestellt, dass Wagen dieser Hersteller bei symmetrischer Kupplung von dem Massoth Entkuppler nicht entkuppelt werden! Auf Nachfrage des Spur-G-Blogs erklärte die Firma Massoth:

Das Entkuppeln einer symmetrischen Kupplung kann indes zu Schwierigkeiten führen. Einige Hersteller (darunter auch PIKO oder USA-Trains) verwenden härtere Federn am Kupplungshaken, was dazu führt, dass ein höheres Waggongewicht benötigt wird um den Haken des Waggons zu entkuppeln. Hier empfiehlt Massoth den Tausch der Federn oder Anpassung der Kupplungshöhe bzw. Erhöhung des Waggon- bzw. Zuggewicht, damit der Gegenhaken bei der Entkupplungsfahrt aus dem Entkupplungsbügel rutscht und nicht mitgezogen wird. (Quelle: E-Mail von Massoth)

Die einfachste Möglichkeit dieses Problem zu umgehen ist das Entfernen des Kupplungshaken am Waggon, der an die Lok gekuppelt werden soll. Wer auf die symmetrische Kupplung nicht verzichten möchte, sollte die gewünschten Waggons besser testen. Unter Umständen reicht der Austausch der Feder – im schlimmsten Fall lässt sich der Waggon nicht mit dem Automatischen Entkuppler von Massoth entkuppeln.

Fazit

Mit der neuen Automatischen Kupplung ist Massoth ein tolles Produkt gelungen. Die kompakte Bauweise ermöglicht bei vielen Lokomotiven einen unkomplizierten Einbau. Der Spielspaß mit dem Automatischen Kuppler ist sehr groß: Es lassen sich mit seiner Lok echte Betriebsabläufe beim Rangieren simulieren. Ein Blick in die Massoth Anleitung zeigt wie viel Umbauarbeiten bei einer Lok anfallen werden.

Alle Gartenbahner die mit einer asymmetrischen Kupplung (nur ein Haken) fahren können bedenkenlos zugreifen. Mit LGB-Waggons klappt auch die symmetrische Kupplung (zwei Haken). Wer Waggons anderer Hersteller entkupplen möchte sollte bedenken, dass dies unter Umständen nicht mit symmetrischer Kupplung möglich ist.

Link-Tipp: www.massoth.de

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