Ein Konzept für die Nachwuchsförderung fehlt

Der Eisenbahnvirus wird früh eingepflanzt...

Am Anfang der Woche hatte ich bereits ein paar Zeilen zum „Toytrain“-Gerücht geschrieben. Durch Zufall schickte mir mein Vater gestern ein paar Fotos. Die Bilder sind jetzt fast 35 Jahre alt – die goldblonden Haare habe ich längst nicht mehr…

Das Foto zeigt eindrucksvoll wie es bei vielen Modellbahnern anfing. Als kleiner Junge bekommt man eine Eisenbahn geschenkt und tagelang wird das Wohnzimmer belagert. (Manchmal haben die Eltern – wie auf diesem Foto – das Glück, dass es das Wohnzimmer der Großeltern ist.)

Damals hatte es nicht zur original Playmobil- bzw. LGB-Eisenbahn gereicht. Das Batterie betriebene Noname-Produkt fuhr auch nur auf Plastikschienen. Den Playmobilfiguren war dies jedoch egal. Als vor fünf Jahren meine eigenen Kinder ins richtige Alter kamen, wurde der Kindheitstraum nochmal wach – und auf ebay wurde eine alte Playmobil-Bahn ersteigert. Wie bei vielen anderen bleibt es als „großer Junge“ natürlich nicht bei Playmobil – LGB, PIKO und Trainline folgten.

Bei Modellbahnen ist es ein wenig wie mit Weihnachtsbäumen: Wer heute einen Tanne pflanzt, muss einige Jahre warten bis er sie als Weihnachtsbaum verkaufen kann….

An dieser Stelle gibt es ein Problem, dass die Branche bis jetzt nicht gelöst hat. Wie sieht die Nachwuchsförderung aus? Die aktuellen, angekündigten Highlights der Szene (Allegra von LGB, VT 11.5 von PIKO oder die HSB Mallet von Train Line Gartenbahnen) bedienen die aktuellen Gartenbahner. Der gerne von Gartenbahnern geführte Streit um den Maßstab der Modelle spielt beim Nachwuchs absolut keine Rolle. Keiner der Hersteller hat ein Produkt für Kinder im Angebot – weder vom Preis noch von der Robustheit. Auch Playmobil tritt zur Zeit nicht als Retter auf: Im aktuellen Programm gibt es nur noch einen offenen Güterwagen für 20 Euro und einen Schütgutwagen für 33 Euro. Preis und Robustheit stimmen – aber es gibt weder eine Lokomotive noch ein Startset auf der Playmobil-Homepage.

Wie soll es an dieser Stelle weitergehen? Der LGB Toytrain war wirtschaftlich offensichtlich nicht erfolgreich. Das diese Herausforderung bei den deutschen Großbahnher erkannt wurde, kann in der aktuellen Ausgabe der Volldampf nachgelesen werden. Stefan Löbich, Märklin Geschäftsführer, führte auf seiner Pressekonferenz auf den Märklin Tagen 2011 aus, dass die Marke LGB u.a. mit einem kindgerechten Nachwuchskonzept gestärkt werden soll. Wie dieses Konzept aussieht, verriet er nicht.

In den letzten Tagen sind bei einigen Internethändlern Bilder eines neuen Toytrain-Startsets LGB 90450 aufgetaucht. Der Preis wird mit 200 Euro gelistet. Weder der Preis noch die Optik überzeugt den Spur-G-Blog. 2006 kosteten die Toytrain Sets nur 160 Euro. Im Fachhandelt finde man die alten Sets zur Zeit zwischen 110 und 120 Euro. Auch wenn an dieser Stelle weder Märklin noch der Handel viel verdient – die Ernte wird erst später eingefahren…

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