Preisanhebung durch Speicherkrise trifft Modellbahn

Im Schatten der fossilen Energiekrise geht ein anderer Preistreiber zurzeit in den Medien etwas unter: Durch den Boom der KI sind die Kosten für Computerspeicher explodiert. Nach Recherchen der Webseite ComputerBase haben sich die Preise von SSDs und Festplatten von September 2025 bis September 2026 innerhalb eines Jahrs mehr als verdoppelt. Die Preise für Arbeitsspeicher sind sogar fast viermal so teuer (370%) geworden!

Bedenkt man, dass heute in fast jedem technischen Produkt Arbeits- und Flashspeicher verbaut sind, kommt es nicht unerwartet, dass viele „normale“ Produkte in den nächsten Monaten teurer werden. Und das nicht alleine wegen des Dieselpreises.

Diese Entwicklung wird auch nicht an uns Gartenbahnern vorbeigehen. Märklin hat gerade angekündigt, dass die neue Charge der Central Station 3, die ab Mitte November ausgeliefert werden soll, um 50,00 Euro bei der UVP erhöht werden muss. Die Digitalzentrale CS3 plus (Artikelnr. 60216) wird 899,00 Euro und die CS3 (Artikelnr. 60226) 749,00 Euro kosten. Im Onlineshop sind die neuen Preise bereits hinterlegt. Aber auch andere Modellbahnprodukte, in denen Arbeits- oder Flashspeicher verbaut sind, werden früher oder später von Preisanpassungen betroffen sein.

Wie dramatisch diese Krise ist, zeigt ein Bericht von Heise Online. Bereits Mitte Februar bestätigten die großen Festplattenhersteller, dass die komplette Jahresproduktion 2026 ausverkauft war. Die Festplatten, die erst dieses Jahr Weihnachten produziert werden, waren im Februar schon ausverkauft! Leser, die gerne selbst am PC schrauben, werden auf DDR5-RAM-Erweiterungen in den nächsten Monaten (wenn nicht Jahren) sicherlich verzichten. Den Selbstbau eines PCs kann man sich im Moment praktisch nicht leisten.

Schuld ist der Boom von KI-Rechenzentren, die in der ganzen Welt aus dem Boden gestampft werden. Diese benötigen Unmengen an Arbeitsspeicher, Festplatten, SSDs und Strom. Dort werden gerade Milliarden investiert. Wer jetzt seine Arbeitsprozesse auf KI umstellt, sollte auf dem Schirm haben, dass in wenigen Jahren die Preise für die Nutzung explodieren werden. Die Investoren wollen ihr Geld wieder zurückhaben – mit Zinsen natürlich. Wer in die Glaskugel schauen möchte, kann dies beim Streaming probieren: Als Netflix vor vielen Jahren gestartet ist, gab es ein unfassbar breites Programm für kleines Geld. Wer heute Netflix ohne Werbung und in 4K sehen möchte, muss bereits über 20 Euro im Monat bezahlen. Und ein Teil des früheren Angebots kann man heute nur noch über die Konkurrenz von Disney, Paramount etc. sehen. Zu entsprechenden Preisen versteht sich.

Schauen wir uns zum Schluss eine gute Nachricht an: Die Deutsche Bahn AG fährt nach eigenen Angaben seit 2018 im Fernverkehr mit Ökostrom. ICE & Co sind also von den steigenden Dieselpreisen direkt nicht betroffen. Und bei den Kosten für einen kompletten Zug machen die Kosten für den Arbeitsspeicher deutlich weniger aus.

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