20 Jahre Wiedereröffnung der Brockenbahn

20 Jahre Wiedereröffnung - Quelle / Fotograf: Harzer Schmalspurbahnen

Letzte Woche Donnerstag jährte sich im Harz ein ganz besonderer Tag: Am 15. September 1991 erfüllte sich ein jahrzehntelang unerfüllbar zu scheinender Wunsch unzähliger Menschen: nach fast genau dreißig Jahren nahm die Brockenbahn mit zwei Sonderzügen feierlich wieder den Betrieb auf. Die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) nahm diesen Jahrestag zum Anlass von Wernigerode aus wieder mit zwei Sonderzügen auf den Brocken zu fahren um gemeinsam mit Zeitzeugen und Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung an diese historischen Ereignisse zu erinnern. Zur Feier des Tages wurde auf dem Gipfel der neue Bildband „20 Jahre Harzer Schmalspurbahnen“ vom Eisenbahnkurier-Verlag vorgestellt und von der Deutschen Post AG ein Sonderstempel angeboten.

Beide Sonderzüge auf dem Brocken - Quelle / Fotograf: Harzer Schmalspurbahnen

Kaum eine andere deutsche Schmalspurbahn kann auf eine ähnlich wechselvolle Geschichte wie die Brockenbahn zurückblicken. Bereits seit dem 27. März 1899 fuhren die beliebten Dampfzüge die Ausflügler und Touristen auf den höchsten Harzgipfel. Der Bau der Mauer in Berlin am 13. August 1961 bedeutete zwei Tage später auch die Einstellung des Reisezugverkehrs auf dem Streckenabschnitt Schierke – Brocken. Jahrzehnte blieb der sagenumwobene Brockengipfel aufgrund dieser innerdeutschen Grenzziehung nun unerreichbar.

Mit dem Fall der „Mauer“ im Herbst 1989 war auch die Brockenkuppe ab dem 3. Dezember 1989 wieder frei zugänglich. Nachdem im Frühjahr 1991 unter Beteiligung aller Anrainer-Kommunen der Harzquer-, Brocken- sowie Selketalbahn eine kommunale Gründungsgesellschaft zum Erhalt des Harzer Schmalspurbahnennetzes gebildet worden war, begannen im Juni 1991 die Bauarbeiten zur Sanierung der Brockenstrecke. Die Kosten hierfür beliefen sich auf etwa 21 Mio. DM, wovon das Land Sachsen-Anhalt 90% und die Gesellschafter der Gründungsgesellschaft die restlichen 10 % zur Verfügung stellten. Insgesamt wurden 5.400 Meter Gleis erneuert, eine Eisenbahnbrücke im Eckerloch sowie zahlreiche kleinere Durchlässe saniert. Am 15. September 1991 fuhren dann zwei geschmückte Sonderzüge unter dem Jubel tausender Menschen nach über 30jähriger Unterbrechung wieder in den Bahnhof Brocken ein. Hiermit war ein wichtiges Fundament für das erfolgreiche Tätigwerden der HSB im touristischen Schienenpersonennahverkehr gelegt worden.

Am 15. September 2011 würdigten im Goethesaal auf dem Brocken zahlreiche Zeitzeugen das historische Ereignis von vor 20 Jahren. Als Gäste waren u. a. Dr. Klaus Klang, Staatssekretär im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt; Hans-Jürgen Hummel, Referatsleiter im Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr sowie Dr. Horst Rehberger, u. a. von 1990 bis 1993 Minister für Wirtschaft, Technologie und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, anwesend.

Quelle: Pressemitteilung HSB / Überarbeitet vom Spur-G-Blog

 

 

 

 

 

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